Glossar


Glossar

Big Data
Das weltweite Volumen digitaler Daten steigt rapide: Die zunehmende Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken trägt ebenso dazu bei wie der enorme Datenzuwachs in Wirtschaft, Wissenschaft und auf den Finanzmärkten. Zusammen bilden diese Daten „Big Data“, sinngemäß: das große Datenaufkommen. Es ermöglicht Ärzten zum Beispiel, die Krebsbehandlung besser auf Patienten abzustimmen (s. Data Analytics).

D

Data Analytics
Aus dem unüberschaubaren Pool von Big Data können genau die Daten herausgefiltert werden, die für die Optimierung von Produkten oder Dienstleistungen benötigt werden. Dabei helfen Data Analytics (deutsch: Datenanalytik). Daten werden unter Einsatz Tausender Computerprozessoren durchsucht, um typische Muster zu entdecken. Diese lassen zum Teil auch Rückschlüsse auf Interessen und Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu.

Datenportabilität
Um manche Plattformen wie etwa soziale Netzwerke sinnvoll und umfassend nutzen zu können, müssen die Kundinnen und Kunden eine Vielzahl von Daten eingeben oder erzeugen. Eine einfache Übertragbarkeit (lat. portare – tragen) solcher Daten zu anderen Anbietern fördert Wettbewerb und Wahlfreiheit.

Datenschutz-Grundverordnung
Jede Person hat das Recht darauf, dass ihre personenbezogenen Daten geschützt werden. So steht es in der Datenschutz-Grundverordnung, die das EU-Parlament und der Rat im April 2016 beschlossen haben. Die Verordnung vereinheitlicht die Regeln, nach denen private Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen EU-weit Daten verarbeiten dürfen, die einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können.

Datensparsamkeit
Der Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung ist im Bundesdatenschutzgesetz und in der Datenschutz-Grundverordnung festgelegt und gilt für Behörden und Unternehmen. Gleichzeitig bezeichnet Datensparsamkeit auch eine von Datenschützern geforderte Zurückhaltung vom Verbraucher, persönliche Daten jenseits von notwendigen Informationen preiszugeben, etwa im Internet und bei Gewinnspielen.

Digitale Strategie 2025
Mit dem über die Wahlperiode und über Ressortgrenzen hinausgehenden Maßnahmenpapier will das BMWi den Digitalisierungsprozess in Wirtschaft und Gesellschaft aktiv mitgestalten. Dabei geht es um Investitions- und Innovationsförderung ebenso wie um Infrastrukturausbau und intelligente Vernetzung. Ziel des 10-Schritte-Plans ist es, Deutschland zum modernsten Industriestandort zu machen und die digitale Gesellschaft der Zukunft aufzubauen.

Identity Management
Die sinngemäße „Verwaltung der eigenen Identität“ ist Ausdruck eines bewussten Umgangs mit persönlichen, auch intimen Daten – auch im Internet. Sie erlaubt Verbraucherinnen und Verbrauchern, den Umgang mit ihren personenbezogenen Daten nachzuvollziehen und zu steuern, und Unternehmen, freigegebene Daten etwa für Marketingzwecke zu nutzen.

Interoperabilität
Gemeint ist die Fähigkeit von Onlineplattformen, also beispielsweise von sozialen Netzwerken oder Onlineshops, Informationen über Nutzerinnen und Nutzer auszutauschen und weiterzuverarbeiten. Bislang ist nicht einheitlich geregelt, wie weit die Interoperabilität von Plattformen gehen darf.

Informierte Einwilligung (informed consent)
Bevor ein Internetnutzer einwilligt, dass ein Unternehmen seine persönlichen Daten verarbeiten darf, muss er aufgeklärt werden, was damit passiert. Erst dann ist er entsprechend der europäischen Datenschutz-Grundverordnung ausreichend informiert, um diese Entscheidung aus freien Stücken treffen zu können.

Kommerzialisierung von Daten
Gemeint ist, dass Unternehmen die Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer auswerten und kommerziell verwerten – zum Beispiel, um dem Nutzer maßgeschneiderte Werbung oder Produkte anzubieten. Daten erhalten einen Wert wie eine Währung.

Komplementäre Leistungen
Nutzt ein Verbraucher zusätzlich zu einer Leistung eine weitere, dann handelt es sich um Komplementäre (lat.: Ergänzung). Sie benötigen die klassischen Telekommunikationsdienste zur Übertragung und ergänzen deren bestehendes Angebot. Im Gegensatz dazu stehen Substitute.

L

Level Playing Field
Sinngemäß übersetzt mit „Spielen auf gleicher Augenhöhe“, geht es beim „Level Playing Field“ um Fairness zwischen Unternehmen, die auf dem gleichen Markt aktiv sind. Nur wenn für die Unternehmen auf dem gleichen „Spielfeld“ einheitliche Regeln bzw. Wettbewerbsbedingungen gelten, lässt sich Wettbewerbsneutralität gewährleisten.

Lock-in-Effekt
Wenn sich der Wechsel zu einem anderen Anbieter oder einer anderen Plattform für den Kunden nicht lohnt, entsteht der so- genannte Lock-in- oder Anbinde-Effekt. Gründe für die geringe Wechselbereitschaft können z. B. Wechselkosten oder Vertragsstrafen bei vorzeitiger Vertragsauflösung sein oder der Verlust, der entsteht, weil bei anderen Anbietern soziale Kontakte oder Angebote nicht mehr im vorherigen Umfang zur Verfügung stehen.

M

Marktmacht
Von Marktmacht spricht man, wenn Unternehmen auf einem Markt ohne Konkurrenz sind, keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt sind oder im Vergleich zu anderen Unternehmen eine überragende oder überlegene Marktstellung einnehmen. Marktmacht vermittelt die Fähigkeit, eigene Interessen durchzusetzen, auch zum Nachteil von anderen Unternehmen (Abnehmer, Lieferanten, Konkurrenten) oder Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Mehrseitige Plattformen
Ein mehrseitiges Geschäftsmodell wendet sich innerhalb eines Systems an zwei oder mehrere Nutzergruppen: beispielsweise (Produkt-)Anbieter, Käufer/Anwender, aber auch Applikationsanbieter. Dabei muss der Plattformbetreiber den Bedürfnissen aller Gruppen gerecht werden. Mittlerweile basieren viele erfolgreiche Geschäftsmodelle im Internet auf mehrseitigen Plattformen.

Multi-Homing
Viele Internetnutzer informieren sich vor größeren Anschaffungen auf mehreren konkurrierenden Vergleichsportalen, suchen bei der Urlaubsplanung auf verschiedenen Buchungsportalen nach einem günstigen Flug oder Hotel. Doch nicht immer ist dieses „Multi-Homing“ so einfach: Manche Portale erfordern eine aufwendige Registrierung, Suchmaschinen liefern aufgrund von Lerneffekten umso bessere Suchergebnisse, je häufiger der Nutzer sie verwendet.

Netzwerkeffekte
Grundsätzlich liegt das Wesen von Inter­netplattformen darin, Menschen zu verbinden. In der Regel werden sie umso beliebter und erfolgreicher, je größer die Zahl der Teilnehmer ist. Je mehr Anbieter und Kaufinteressenten beispielsweise ein Online-Auktionshaus erreicht, desto besser sind die Chancen für den Nutzer, etwas Passendes zu finden oder ein eigenes Angebot „an den Mann zu bringen“.

Over-the-Top (OTT)
Internetplattformen können, anders als klassische Telefongesellschaften, ihre Dienste und Inhalte anbieten, ohne über eigene Anschlüsse zu Kunden zu verfügen. Auch sind sie nicht auf spezifische Zugänge angewiesen. Voice-over-IP-Telefonie oder Videostreaming sind über jeden Internet­anschluss möglich, der über die nötige Bandbreite verfügt. Dies wird mit dem technischen Fachbegriff „over the top“ beschrieben.

Privacy by Design / Privacy by Default
Internetplattformen können auf technischem Wege („by design“) und durch datenschutzfreundliche Grundeinstellungen („by default“) so gestaltet werden, dass der bestmögliche Schutz der personenbezogenen Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer Standard ist. Jede darüber hinausreichende Freigabe bedarf dann einer ausdrücklichen Einwilligung.

Privatautonomie
Die gesetzlich verankerte Privatautonomie gibt jedem Verbraucher das Recht, über seine rechtlichen Beziehungen, zum Beispiel zu einem Unternehmen, selbst zu entscheiden.

Profiling
Auf digitalen Plattformen werden große Mengen verschiedener Daten (z. B. zum Suchverhalten, Standorte usw.) ausgetauscht. Auch wenn eine Person kein eigenes Profil angelegt hat, können aus den Daten durch automatische Analyseverfahren detaillierte Profile einzelner Nutzerinnen und Nutzer erzeugt werden.

Sektorspezifische 
Telekommunikationsregulierung
Im Telekommunikationsgesetz (TKG) wurden sektorspezifische Regeln festgelegt, da das allgemeine Wettbewerbsrecht für die Öffnung des Staatsmonopols hin zum Wettbewerb nicht geeignet war. Adressaten der speziellen Regulierung sind marktbeherrschende Anbieter auf Märkten, auf denen strukturell kein hinreichender Wettbewerb entstanden ist. Sie sind an Restriktionen und Verpflichtungen gebunden, die für andere Anbieter nicht gelten.

Substitute
Substitute sind aus Nachfrager-/Verbrauchersicht austauschbare Waren oder Dienste, z. B. Skype statt Telefon, WhatsApp statt SMS. Diese neuen Lösungen ersetzen (substituieren) bislang genutzte.

Targeted Advertising
Die „zielgerichtete Werbung“ ist eine speziell im Internet verwendete Werbeform, die relevante Werbung für unterschiedliche Zielgruppen verspricht. Werbeeinblendungen werden nur potenziellen Interessenten angezeigt, so können Streuverluste verringert werden. Nutzergewohnheiten und Online-Verhalten der Userinnen und User geben Aufschluss über ihre Interessen und tragen dazu bei, Zielgruppen zu definieren.

Z

Zweckbindungsgrundsatz
Die Regelung im Bundesdatenschutzgesetz und auch in der Datenschutz-Grundverordnung bestimmt, dass personenbezogene Daten nur für vorher festgelegte, eindeutige und legitime Zwecke erhoben werden dürfen. Eine Datenweiterverarbeitung zu einem anderen als dem ursprünglichen Datenerhebungszweck ist in bestimmten Fällen möglich, z. B. können Vertragsdaten unter bestimmten Voraussetzungen auch für Werbezwecke genutzt werden.


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